Logbuch der Reiseleitung

Ändere die Welt; sie braucht es: Im Bert-Brecht-Haus bei der Stadtbibliothek Oberhausen

Die beiden Tage in Oberhausen werden wohl unvergessen bleiben: Beinahe stündlich verloren wir Teilnehmer an einen üblen Grippevirus. Dramatische Meldungen lasen wir in den Folgetagen bei Facebook und sogar, dass die Stadtbibliothek in Schmachtendorf einige Tage wegen Krankheit geschlossen bleiben mussten. Jesses! Wir waren es nicht, ehrlich! Zwar fühlte ich mich auch in dieser Woche angeschlagen und meinem Kollegen und Mit-Reiseleiter Christoph Deeg ging es noch ärger, aber in dieser Heftigkeit blieben wir glücklicherweise verschont.

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Bei allem grassierenden Siechtum waren es dennoch produktive Tage. Die Stadtbibliothek Oberhausen ist seit Herbst 2011 zusammen mit der VHS in einem ausgesprochen schönen Gebäude untergebracht, dem Bert-Brecht-Haus. Nicht von ungefähr erinnert es mich an mein Lieblingshaus in Hamburg, das wunderschöne Chilehaus aus den 1920ern, das wegweisend für den Backsteinexpressionismus war. Ein würdiger Ort, ein guter Ort, für Kunst, Kultur und Bildung. Zitate von Bertholt Brecht zieren die Wände im Inneren. Und von ihm ist auch das Zitat in der Überschrift: „Ändere die Welt; sie braucht es.

Für die Bürgerinnen und Bürger von Oberhausen ist dieser Ort ein Segen, denn der Stadt geht es nicht gut. Der Strukturwandel zeigt nach wie vor deutliche Spuren. Geht man in die Stadt, entdeckt man Spuren vergangener Pracht und viel Ratlosigkeit und Tristesse von heute. Umso mehr braucht es Orte, an denen man Hoffnung und Mut schöpfen kann, an denen Ideen und Visionen entstehen können. Was mich persönlich am meisten begeistert hat, war das Bürgerfunkstudio. Zwei gut ausgestattete Tonstudios stehen den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, um Bürgerfunk zu machen oder dort Podcasts aufzunehmen. Super! Zumal Podcasts ohnehin immer beliebter werden. Ob die Podcasts-Szene wirklich explodieren wird (örks, was für ein Bild), wie „Digitalexperte Rex Sorgatz“ (wer ist das eigentlich?) in der SZ prophezeit, sei dahingestellt.

Und Geschichten für Podcasts oder Bilderserien lassen sich viele auflesen, Geschichten über die Parkstadt, Nike, das Eisenheim oder eben den Backsteinexpressionismus − vielleicht in Kooperation mit anderen Oberhausenern. Denn Social-Media-Nutzer gibt es im Ruhrgebiet viele. Für die Stadtbibliothek Oberhausen wäre es nun wichtig, sie kennenzulernen und sich als Ort anzubieten. Auch ein Barcamp ließe sich gut durchführen.

Die Stadtbibliothek Oberhausen bei Facebook:

Oberhausen ist ja übrigens die einzige Stadt auf dieser Reise, die ich zunächst mal als Orwurm hatte.

 

Zum Abschluss durften wir dann auch noch einen Blick auf die neue Stadtbibliothek Sterkrade werfen. Und die wird genau das, was auch dieser Stadtteil dringend braucht: Ein Ort der Ermutigung und ein Ort, der Bildung, Kultur und Wertschätzung ausstrahlt. Am 5. März ist große Eröffnung!

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2 Kommentare zu “Ändere die Welt; sie braucht es: Im Bert-Brecht-Haus bei der Stadtbibliothek Oberhausen

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